Freitag, 09 Januar 2015 00:00

Großbritannien hebt Linksverkehr stufenweise auf Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Land Rover Defender mit umgebautem Lenkrad Land Rover Defender mit umgebautem Lenkrad Foto: Wikipedia/CC BY-SA 3.0 (Rudolf Stricker)

GROSSBRITANNIEN. Das Vereinigte Königreich hebt den Linksverkehr auf. Das bestätigte ein zuständiger Minister des British Empire.

Der Grund dafür ist denkbar einfach: "Immer wieder kommt es zu Unfällen, Sachbeschädigungen und Missverständnissen auf unseren Straßen", so der Erklärungsversuch einer 40-jährigen Bürgerin aus London. Und tatsächlich, Statistiken zeigen, dass ein Großteil der Touristen aus anderen Ländern für Unfälle im Land der Linksfahrer verantwortlich ist. Hauptsächlich, weil sie sich auf der rechten Straßenseite einordnen und frontal in den Linksverkehr hineinfahren. "Das ist nicht nur für Touristen schwer", erklärt der renomierte Psychologe Nigel Farage weiter, "auch britische Fahranfänger haben zu kämpfen, da der rationale Menschenverstand ihnen vorschreibt, rechts zu fahren. Es findet in britischen Fahrschulen seit Jahrzehnten eine gewaltsame Umerziehung bestimmter Hirnareale statt", so der Psychologe.

Damit ist jetzt offiziell Schluss, bis zum 01.06.2015 soll Großbritannien einheitlich rechts fahren. "Um die Gesellschaft schonend an die neue Verkehrsregel heranzuführen, haben wir uns ein spezielles Verfahren einfallen lassen", so heißt es in einem offiziellen Bericht des britischen Verkehrsministeriums. "Wir werden zunächst schrittweise alle Autos unter 1250 Kilogramm und fünf Sitzen an das Rechtsfahrgebot heranführen. Danach sind die Zweisitzer unter selbiger Kilogrenze dran. Es folgen die restlichen Fahrzeuge über 1250 Kilogramm". Eine Ausnahmeregelung gilt für die Logistikbranche und den Busverkehr auf Autobahnen: Lastkraftwagen und Busse dürfen sich aussuchen, welche Straßenseite sie befahren um die Geschwindigkeit des Lieferverkehrs wie gewohnt zu erhalten. Für Rollerfahrer und Motorradbegeisterte Bürgerinnen und Bürger ändert sich nichts, diese dürfen weiterhin wie gewohnt links fahren.  

Während andere EU-Staaten den Vorstoß Großbritanniens begrüßen, scheint Alexander Dobrindt ein Problem mit dem Rechtsfahrgebot zu haben: "Das wirft meine Mautpläne um Jahre zurück", brüskierte sich der Bundesminister für Verkehr gegenüber unserer Redaktion. Dobrindt setzt auf die Europäische Union und hat bereits Einspruch gegen das unsinnige Vorhaben Großbritanniens eingelegt: "Das Linksfahrverbot ist mit EU-Recht nicht vereinbar", so der Bundesverkehrsminister, dem die eigenen Gesetzensänderungen in regelmäßiger Reihenfolge vom Europäischen Parlament um die Ohren gehauen werden.

Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist gegen das Linksfahrverbot und vermutet ein verstecktes Wirtschaftsprogramm hinter der Ankündigung von David Cameron auf Kosten der Europäischen Union: "Wenn man davon ausgeht, dass ca. 80 Millionen Lenkräder in britischen Autos von rechts nach links umgebaut werden müssen, ist das ein gigantisches Subventionsprogramm auf Kosten der Steuerzahler", so Sigmar Gabriel gegenüber waldecker-tagblatt.de und wertet den Vorstoß der Engländer als nicht durchführbar und extrem asozial.

Das letze Wort wird wie immer die EU sprechen!

Letzte Änderung am Freitag, 09 Januar 2015 14:31

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