Dienstag, 10 Februar 2015 00:00

Ü70: Waldecker Rentner freuen sich auf "Greis 5" Programm Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Bleibt jetzt im Garten stehen: Rollator Bleibt jetzt im Garten stehen: Rollator Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Nach "Basel 3" und "Hartz 4", folgt nun "Greis 5". Die Generation der über 70-Jährigen muss noch mal ran - und zwar ordentlich.

Das neue "Greis 5" - Programm der Bundesregierung  sorgt in Waldeck-Frankenberg für mehr Flexibilität bei Rentnern und Unternehmen. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte sich bereits im Jahr 2013 um das Pilotprojekt mit der Bezeichnung "Greis 5" bei der Bundesagentur für Arbeit beworben und erfreulicherweise auch den Zuschlag bekommen. An diesem Projekt beteiligen sich 1200 Rentner im Landkreis Waldeck-Frankenerg zwischen 70 und 99 Jahren. Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD)  geht mit gutem Beispiel voran und bestätigte bereits gestern, dass auch er weitere fünf Perioden im Amt bleibt. Zum einen, weil ein geeigneter Nachfolger fehlt und zum anderen, weil er die erfolgreiche Politik der letzten Jahre weiterführen möchte.

 

Ziel ist es, dem Fachkräftemangel in der Region durch das sogenannte "Ausreizen" entgegenzutreten. Die Generation Ü 70 ist für "Greis 5" geradezu prädestiniert, ist sich ein Firmeninhaber aus Waldeck sicher und weist auf Erfahrungswerte nach 1945 hin: "Die Trümmerfrauen von damals sind die Putzfrauen von heute", so der Unternehmer einer Reinigungsfirma und fügt hinzu, dass der Fachkräftemangel aus heiterem Himmel über die Unternehmer in Deutschland hereingebrochen sei. Derzeit beschäftigt seine Firma 35 Arbeiter über das "Greis 5" Programm im Alter zwischen 82 und 95 Jahren und ist mit der Leistung seiner Greis - Kolonne sehr zufrieden: "Keine gelben Scheine, kein Jammern und kein Klagen wegen Zipperlein hier oder Überstunden da. Auch wenn der eine oder andere mal umkippt, wird mit dem Defibrillator schnell nachgeholfen", bestätigt der Firmenchef die Vorzüge von Greis 5.

 

Die ehemaligen Rentner, die sich an "Greis 5" beteiligen, stehen in den Startlöchern: "Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt", sagt Walter Rohde aus Flechtdorf und teilt der Redaktion von waldecker-tagblatt.de mit, dass er bereits gestern seinen Rollator auf den Müll geschmissen hat. Der 80-jährige Rentner aus Diemelsee hat seit seinem elften Lebensjahr hart gearbeitet, erst in der Grube Christiane in Adorf, später als Meister auf der Conti in Korbach und wurde überraschend nach 45 Arbeitsjahren in Rente geschickt. "Ich hätte damals gern noch einige Jährchen gearbeitet, das scheiterte aber an der Politik der Sozis", so der rüstige Rentner, der erst vor einem Jahr eine Herzoperation gut überstanden hatte.  Der leidenschaftliche Arbeiter hat sich dem Innenausbau verschrieben und kann sowohl Holz, als auch Rigips- und Fliesenarbeiten verrichten. Sein Motto lautet: "5 Minuten vor der Zeit, ist des Preußen Pünktlichkeit". Bis zum 90. Lebensjahr hat der rüstige Rentner einen Vertrag bei einer Zeitarbeitsfirma unterschrieben um Deutschland aus der Misere zu helfen. Dass der Mindestlohn auf Grund seines Alters bei ihm nicht greift, darüber ist sich Walter Rohde im klaren: "Volkswirtschaftliches Denken und Handeln stehen im Vordergrund, nicht Gewinnsucht und Selbstverwirklichung", sagt Walter Rohde und hofft, dass noch mehr Rentner in den wohlverdienten Unruhestand gehen und sich bei "Greis 5" einschreiben.

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Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Februar 2015 07:34

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