Samstag, 04 April 2015 00:00

Kassen klingeln: Ohne Arztbesuch zum Physiotherapeuten Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Kleine Operationen übernimmt der Physiotherapeut gleich mit Kleine Operationen übernimmt der Physiotherapeut gleich mit Foto: Waldecker Tagblatt

KORBACH. (wat) Das Pilotprojekt "MEGFÜP" (Mehr Eigenverantwortung für Physiotherapeuten) ist in Waldeck-Frankenberg erfolgreich angelaufen.

Nach dem Willen der CDU soll in Zukunft nicht mehr der Arzt entscheiden, welche Behandlung ein Patient bekommt, sondern der qualifizierte Physiotherapeut und Osteopath. Diese Praktiken hat sich die Union bei den Schweden und den Niederländern abgeschaut, wo erste Feldstudien überraschende Erkenntnisse über Kostenstrukturen erbrachten und die Budgets der Krankenkassen enorm entlasten. Selbst kleine Opeartionen darf der Heilmittel-Erbringer in Zukunft durchführen.

 

Auch die Landflucht der Ärzte wird endgültig mit dem neuen Gesetz eingedämmt, bestätigte dem Waldecker Tagblatt auf Nachfrage ein AOK-Mitarbeiter: "Den Erpressungsversuchen der Landärzte, schon mit 70 Jahren in den Ruhestand zu gehen, oder in die Städte abzuwandern, gebieten wir mit "MEGFÜP" rigoros Einhalt", so der AOK-ler. Tatsächlich könnten die Allgemeinmediziner auf dem Land das Nachsehen haben, weil ihnen die Patienten flöten gehen. Da hilft es wenig, wenn die Hausärzte beteuern, seit Jahren keine Massage, Krankengymnastik  oder Fangopackung mehr verschrieben zu haben. In den Physiopraxen die ebenfalls die "MEGFÜP" Zulassung erhalten,  werden dagegen wahrscheinlich die Kassen klingeln.

 

Das Pilotprojekt "MEGFÜP" wurde der renommierten Osteopathie- und Physiotherapiepraxis Oeldemann in Korbach übertragen. Maik Oeldemann: "Wir sind sehr froh über die Zulassung von "MEGFÜP" und haben bereits mehr Patienten in Behandlung als je zuvor", bestätigt der Spezialist den eigenständigen Gestaltungsspielraum und weist darauf hin, dass sich Patienten ohne ärztliche Vorgabe und ohne vorherigen Arztbesuch direkt in der Praxis melden können. Durch die Verantwortung der qualifizierten Therapeuten wird der diagnoseabhängige Therapieverlauf des Patienten so gesteuert, dass Mehrfachuntersuchungen durch den Arzt entfallen und kostspielige stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern grundsätzlich der Vergangenheit angehören. Als gutes Beispiel nennt Oeldemann eine kleine OP am rechten Arm eines Patienten: "Hier habe ich eine Epicondylitis radialis humeri diagnostiziert und sofort das Messer nach Hohmann angesetzt", so der erfahrene Physiotherapeut gegenüber dem Waldecker Tagblatt. Die Zukunft gehört der Zunft der Heilpraktiker, Physiotherapeuten und Osteopathen.

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Letzte Änderung am Montag, 13 April 2015 09:43

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