Samstag, 26 Dezember 2015 00:00

Mister Zoll: Mobile Häuser im Landkreis nicht bewohnbar Empfehlung

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Würden sofort explodieren: Mobile Homes mit Zoll-Anschluss Würden sofort explodieren: Mobile Homes mit Zoll-Anschluss

WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Für die Unterbringung von Flüchtlingen hat der Landkreis zusätzlich 1,6 Millionen Euro aufgebracht. Nun stehen die "Mobile Homes" auf dem Abstellgleis.

Im Oktober dieses Jahres wurde der Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel in den Führungsstab der Rathauschefs berufen um sich mit dem heiklen Thema der Unterbringung von Flüchtlingen im Landkreis Waldeck-Frankenberg zu beschäftigen. In einer Nacht- und Nebelaktion wurden in Litauen schnell 1000 Stück der beliebten "Mobile Homes" geordert. Als sogenannter Quartiermeister hat sich der Rathauschef aus Volkmarsen mittlerweile einen Namen gemacht. Von seinen Neidern und politischen Widersachern wird  der Quartiermeister nun spöttisch  "Mister Mc. Zoll" genannt und das nur, weil bei der Bestellung der gebrauchten Wohncontainer keine metrischen Gas- und Wasseranschlüsse wie sie in der EU Pflicht sind eingebaut, sondern sämtliche Anschlüsse in Englischen Zoll montiert wurden. Das hört sich auf den ersten Blick zwar blöd an, ist es eigentlich auch, denn die Flüchtlinge warten seit Monaten auf den Einzugstermin, der immer wieder nach hinten geschoben wird.

In Prinzip war die Aufgabe neue Wohncontainer zu beschaffen im Ansatz schon zum Scheitern verurteilt, da der Markt in Europa schon so gut wie abgegrast war. Und dennoch vermochte ein Litauischer Unternehmer, dem Gebot der sozialen Marktwirtschaft folgend, nach dem Grundsatz "Motivation durch Verknappung", einige Hundert dieser heruntergekommenen Wohnmobile zu besorgen. Der Preis wurde natürlich nach oben geschraubt und so verwundert es den Laien, dass bis zum heutigen Tage kein einziger Flüchtling den Innenraum eines dieser "Mobile Homes" zu Gesicht bekommen hat. Die Fachmänner hingegen weigern sich vehement, Gasflaschen mit metrischen Gewinden mit Zoll-Anschlüssen zu verschrauben, da eine Explosionsgefahr im Verhältnis  1 : 1000.000 befürchtet wird - wohlbemerkt für die Explosion.

Nun stehen die Wohncontainer in Diemelsee, Korbach, Bad Arolsen, Frankenberg usw. auf nichtgenutzen Parkplätzen und warten auf ihre Weiterverwendung. Der Unternehmer aus Litauen würde die "Mobile Homes" wieder zurücknehmen, allerdings nur, wenn der Rücktransport vom Landkreis und den Gemeinden finanziert wird. Für die Wohncontainer selbst möchte der Baltische Händler nichts bezahlen, der Markt sei mittlerweile gesättigt, formulierte der gewiefte Geschäftsmann in einem Schreiben an den Quartiermeister sein Engagement.

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Letzte Änderung am Samstag, 26 Dezember 2015 13:27

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