Sonntag, 30 November 2014 00:00

Bundeswehr: Soldaten verdreckt beim Tag der offenen Tür angetroffen Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Bundeswehr: Die Waffen sind sauber Bundeswehr: Die Waffen sind sauber Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK. (wat) Eine Mutter aus Waldeck hat ihren Sohn beim Tag der offenen Tür nicht mehr erkannt und ist in Hysterie verfallen.

Die Mutter des Rekruten Rico M. (18), der zurzeit die Grundausbildung in der Gebirgsjäger-Kaserne Mittenwald absolviert, hatte sich so auf den "Tag der offenen Tür" gefreut und die 650 Kilometer lange Fahrt, von Waldeck in die Alpen auf sich genommen um ihren Sohn nach zehn Wochen in die Arme zu schließen. Die Wiedersehensfreude endete allerdings mit einem Eklat.

Nach Angaben der Mutter soll ihr Sohn abgemagert, dreckig, unrasiert und apathisch grinsend auf einer Wiese mit anderen Rekruten vor sich hin vegetiert sein. "Lediglich ein kleines fleckiges Zelt und ein Feuer, das nicht brannte, diente der Gruppe als Unterkunft, so die 32-jährige Mutter gegenüber unserer Redaktion. "Als ich meinen lieben Sohn in die Arme nehmen wollte, ist sofort ein Vorgesetzter dazwischen gegangen, dieser hat mich angeschrien und gesagt, dass der Arsch meines Sohnes ihm gehöre und es in seiner Gruppe keinen Platz für Sentimentalität gebe" berichtete die junge Mutter weiter. Auch die Versprechen des Karrierecenters in Wiesbaden seien nicht eingehalten worden: "Von einem geregelten Achtstundendentag, drei Mahlzeiten mit Nachtisch, einer Minibar und einem Zweibett-Zimmer mit Flachbildschirm habe ich nicht das geringste gesehen", brüskierte sich die Mutter des Rekruten.

Der Kompaniechef der Ausbildungskompanie sieht das Ganze hingegen völlig anders. Auf Nachfrage bestätigte der Offizier im Range eines Hauptmanns zwar, dass die Mutter des Soldaten Rico M. beim Anblick ihres Sohnes in hysterische Weinkrämpfe verfallen sei, die Ausgangssituiation schildert der Kompaniechef aber so: "Zum Tag der offenen Tür hat jede Gruppe meiner Kompanie einen Auftrag erhalten. Die Gruppe, in der sich Rekrut Rico M. aufhielt, hatte den Auftrag, die Station "Leben im Felde" aufzubauen um den Angehörigen einen Einblick in den Kompaniealltag zu ermöglichen. Dazu gehört natürlich der Flecktarnanzug, die Kampfweste und der getarnte Helm samt Gesichtstarnung", so der Hauptmann. Um der Mutter die Ängste um ihren Sohn zu nehmen, hat der Kompaniechef folgenden Brief verfasst:

Sehr geehrte Frau Mxxxxxxx,

seien Sie versichert, dass ihr Sohn Rico bei uns in den besten Händen ist. Zum ersten mal in seinem Leben hat ihr Sohn eine Aufgabe, die er hingebungsvoll erfüllt.

Vorbei sind die Jahre, in denen ihr Sohn von Ihnen mit Süßigkeiten, Burgern und Softdrinks vollgestopft wurde. Auch das Ausschlafen bis mittags um 13 Uhr haben wir, mit nur geringer Mühe, auf 5 Uhr in der Früh verkürzt.

Die Zähne putzt sich ihr Sohn nun regelmäßig unter der morgentlichen Aufsicht des Gruppenführers. Auch die Toilettenbürste wendet ihr Sohn nach der Benutzung der Toilette selbständig an. Er hat in wenigen Wochen gelernt, sich klar und deutlich zu artikulieren, sein Blick ist frei geradeaus und seine Körperhaltung ist die eines normalen Homo Sapiens. Sein Vokabular haben wir um Verben und Adjektive wie: Jawohl, Kameradschaft, Danke, Bitte, Ich melde mich freiwilig und Ich diene Deutschland, sinnvoll erweitert.

Da es in meiner Kompanie nur zwei Bewegungsarten gibt, nämlich Laufschritt und Gleichschritt, hat sich sein verfetteter Körper Dank Fliegermarsch zur Schießbahn und zurück in wenigen Wochen um satte 15 Kilo verringert. Auch das Rauchen hat sich ihr Sohn in nur wenigen Tagen selbständig abgewöhnt, da er regelmäßig beim Überwinden der Hindernisbahn Schnappatmung bekommen hat. Das Problem wurde so beseitigt.

Unter dem Motto "hart aber ungerecht" versuche ich aus Ihrem missratenen Sohn einen deutschen Staatsbürger zu formen. Ich habe also mit Unterstützung meiner Ausbilder in wenigen Wochen das geschafft, was Sie, geehrte Frau Mxxxxx , in 18 Jahren versaut haben.

Wie Sie vielleicht  wissen, werden wir in wenigen Wochen in einen mehrmonatigen Auslandseinsatz fahren. Bis dahin habe ich aus Ihrem Sohn einen Soldaten gemacht, der das Kriegshandwerk versteht und ich bin sicher, dass ich Ihren Sohn wohlbehalten nach Deutschland zurück bringe. 

            Hochachtungsvoll

              xxxxxxxxxxx

(Hauptmann u. Kompaniechef)

Die Namen wurden aus Datenschutzgründen geixt.

Quelle: Wikipedia

Letzte Änderung am Freitag, 05 Dezember 2014 15:28

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