Donnerstag, 04 Dezember 2014 00:00

Diemelsee: Jagdpächter wird Opfer eigener Intrigen Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Da war die Welt noch in Ordnung: Rottenführer Herbert Hagebau Da war die Welt noch in Ordnung: Rottenführer Herbert Hagebau Foto:Böhl Fotomontage:Waldecker Tagblatt

DIEMELSEE. (wat) Ein Jagdpächter aus einem Diemleseer Ortsteil ist durch sein intrigantes Verhalten auf der Strecke geblieben.

Die Trauer um Jäger Herbert Hagebau hielt sich in Grenzen, als die Waidgenossen den nach Maggi riechenden Sarg in Sudeck der steinigen Erde übergaben. Es rollten keine Tränen der Rührung über die Wangen der Besucher. Auch die Bläsergruppe hatte sich nicht am Grab eingefunden um den ehemaligen Jagdfreund mit einem letzten Halali in die ewigen Jagdgründe zu verabschieden. Fast hatte man den Eindruck, dass die vierköpfige Trauergemeinde mit Erleichterung auf das tragische Ereignis reagierte. Was war geschehen?

Über Jahre hinweg soll der renomierte Jäger Herbert Hagebau, täuschend echt, mit einer Sauschwarte verkleidet den Sauen nachgestellt haben, um diese in einem günstigen Augenblick zu meucheln. Ganze 22 Wildschweine hat der Jagdpächter im Jagdjahr 2013 auf diese heimtückische Art erlegt. Dem Waldecker Tagblatt erklärte Herbert Hagebau noch im Mai dieses Jahres, dass er sein äußeres immer weiter den Sauen angepasst habe. Den Geruch habe er sich durch regelmäßige Übernachtungen im Schweinestall eines Bauern zugelegt. War Herbert Hagebau im Winter 2012 nur mit einer gegerbten Sauschwarte verkleidet in den heimischen Wäldern am Dommel unterwegs, so hatte der Jäger bereits im Sommer weitere schweinische Züge angenommen.

Ein vertrauter Jagdkollege von Herbert Hagebau bestätigte dem Waldecker Tagblatt die Verwandlung des Jagdpächters: "Herbert war bereits im Herbst dieses Jahres zu einer wahren Wildsau mutiert. Er hatte sich Keilerwaffen in Unter- und Oberkiefer implantieren und weitere medizinische Eingriffe vornehmen lassen. Beim Jägerstammtisch wollte Herbert auch nichts mehr von Wildschäden wissen, er verabscheute Schweineschnitzel und Bier, auch den vorher oft gerühmt- und getrunkenen Jägermeister ließ Herbert stehen. Gerochen hat der Herbert auch immer strenger. Ich hatte den Eindruck, das Herbert sich in Jägerkreisen einfach nicht mehr wohlgefühlt hat", so der 53-jährige  Jagdfreund gegenüber dem Waldecker Tagblatt.

Bei den Landwirten schrillten bei der Maisernte am 12. Oktober dieses Jahres die Alarmglocken. Landwirt Stefan Ackerbar (Name von der Redaktion geändert) will gesehen haben, wie Herbert H. mit einer Rotte Sauen das verwüstete Maisfeld fluchtartig verlassen hat. Stefan Ackerbar: "Ich habe den Herbert sofort erkannt, der geizige Hund hatte bei der Flucht noch einen Maiskolben im Gebrech und fett geworden ist er auch noch", so der aufgebrachte Landwirt.

In einer großangelegten, revierübergreifenden Jagd kam Herbert Hagebau schließlich zur Strecke. Klaus R. aus Diemelsee bestätigte stolz den Abschuss eines feisten Keilers von 82 Kilo. Das Alter wurde auf 65 Jahre geschätzt. Klaus R.: "Ich habe mit meiner Mauser 66 im Kaliber 8 x 86 S unterhalb des Dommel an einem Wildwechsel gesessen. Als sich der Herbert  an mir vorbei schleichen wollte, habe ich dem Hosenflicker die Kugel angetragen", so der Jäger, dessen Hut nun weitere Federn schmücken.

So nahm das Leben eines ehemals gefürchteten Sauenjägers ein schmerzhaftes Ende. Warum Herbert Hagebau vom Saulus zum Paulus wurde, warum er seine Jagdfreunde hinterlistig getäuscht hat, wird für immer ein Geheimnis bleiben.  Für die Waldeckische Jägerschaft soll dieser Bericht aber eine deutliche Mahnung sein.

Linkverweis: jagd.it

Letzte Änderung am Freitag, 05 Dezember 2014 07:12

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