Donnerstag, 11 Dezember 2014 00:00

Die Grünen: "Jäger brauchen SS-Telefon" Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
Artikel bewerten
(26 Stimmen)
Waldecks Jäger müssen sich keine Sorgen mehr machen Waldecks Jäger müssen sich keine Sorgen mehr machen Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK. (wat) Rückwirkend zum 1. Oktober 2014 wurde kreisweit das Seel- und Sorgentelefon für Jäger eingeführt.

Wer gedacht hat, die Grünen seien gegen das Jagen und die Jägerschaft, hat sich getäuscht. Zumindest in Waldeck-Frankenberg sorgen sich die Grünen um das Wohl der Jäger. "Das sogenannte SS-Telefon dient allen Jägern, die zu Drückjagden eingeladen werden und mal wieder nichts getroffen haben", sagte stolz der Vorsitzende der Grünen gegenüber dem Waldecker Tagblatt. Die Telefongebühren übernimmt der Landkreis Waldeck-Frankenberg zu 100% und stellt damit einmal mehr sein soziales Engagement in den Vordergrund.

Nach Angaben der Grünen haben sich in den vergangenen Jahren abenteuerliche Tragödien in Waldecks Wäldern und Auen abgespielt. In machen Orten sollen pro Drückjagd 120 Schüssse abgegeben worden sein und nur zwei Kreaturen auf der Strecke gelegen haben. Besonders schlimm hat es die Hegegemeinschaft Diemelsee im November dieses Jahres erwischt. Auf ca. 7000 Hektar wurden in 13 Revieren 630 Schuss gezählt, die aus Büchsen und Flinten die Läufe verließen. Den Flechtdorfer Jägern kam zugute, dass ein Fuchs auf der Aartalstraße von einem Auto überfahren wurde, dieser lag am Ende des Jagdtages geplättet auf grünen Fichtenzweigen vor der Jagdkorona und konnte verblasen werden.

Jäger Richhard K. aus Flechtdorf war der erste Schütze, der die Nummer des Seel- und Sorgentelefons nach erfolgloser Jagd gewählt hat. "Bruder Josef von der Telefonseelsorge hat mich wieder aufgerichtet. Ich habe ihm gebeichtet, dass ich mehrmals ein Wildschwein auf 30 Meter Entfernung beschossen, aber dieses nicht getroffen habe. Auch drei weitere Überläufer, die ich auf nur 10 Meter verfehlt habe, nahmen kaum Notiz von mir", so der 48-Jährige Flechtdorfer, der sich vom Wild diskriminiert fühlt und eigentlich seinem sinnlosen Leben ein Ende setzen wollte.

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge arbeiten im 3-Schichtsystem rund um die Uhr ehrenamtlich und berichten über tiefste soziale Abgründe wenn Jäger ihr Leid klagen. Hohe Jagdsteuern, teure Munition, fehlendes Wild, Mountainbiker die den Jagdbetrieb stören oder Wanderer, die den Diemelsteig entlang pirschen und "Hoch auf dem gelben Wagen" singen, treiben die Jäger zur Verzweifelung. "Am Ende steht meistens der Suizid und da greifen wir natürlich seelsorgerisch ein", bestätigt Bruder Josef, der hauptberuflich bei einem Korbacher Bestattungsunternehmen arbeitet und seinen richtigen Namen unserer Redaktion nicht nennen wollte.

Es gibt allerdings auch Jäger, die das SS-Telefon nicht nutzen und regelmäßig das Schießkino zu Übungszwecken in Leitmar besuchen. Marco B. aus Berndorf ist einer der wenigen Jäger in Waldeck-Frankenberg, der das Jagen liebt, der Kreatur Respekt zollt und eine 98% Trefferquote vorweisen kann. "Schießen lernt man nur durch Schießen", bestätigt Marco B. seinen Drang zur Perfektion.

Die CDU im Kreistag wirft den Grünen und der SPD unseriösen Stimmenfang vor. Die Freien Wähler haben das System der Telefonseelsorge nicht verstanden und die FDP hätte gern selbst einen Draht zum Sorgentelefon.

Hier gehts zum Youtube Video: ANSEHEN

Letzte Änderung am Donnerstag, 11 Dezember 2014 13:50

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.