Mittwoch, 17 Dezember 2014 00:00

Auf den Nerv gegangen: Zahnarzt bietet SM-Stuhl an Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Immer mehr Menschen suchen den Zahnarzt auf Immer mehr Menschen suchen den Zahnarzt auf Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECKER LAND. (wat) Weil immer wieder Menschen einen Zahnarzt um Hilfe angefleht haben, hat dieser einen neuen Markt erschlossen.

Immer mehr Menschen in Waldeck-Frankenberg suchen vermehrt Rat beim Zahnarzt. Das Waldecker Tagblatt  sprach mit Zahnarzt Dr. Stomat über die Neigungen seiner Patienten und über das Erschließen neuer Märkte.

Waldecker Tagblatt: Herr Dr. Stomat, Sie behandeln seit einiger Zeit Masochisten in ihrer Zahnarztpraxis. Wie müssen wir uns das vorstellen?

Dr. Stomat: Seit vielen Jahren gehen mir die Patienten sprichwörtlich auf den Nerv. Immer wieder höre ich, dass es hier drückt und da weh tut. Von all dem ist natürlich nichts wahr. Die wenigsten Patienten kommen zur Routinekontrolle in meine Zahnarztpraxis. Viel häufiger dagegen warten die Patienten, bis sich übelriechende, schwarze Löcher in den Zahnschmelz gefressen haben um sich dann hier auf meine Kosten ihren perversen Neigungen hinzugeben. Das habe ich jahrelang kostenlos mitgemacht aber damit ist jetzt Schluss. 

Waldecker Tagblatt: Herr Stomat, wie unterscheiden Sie den normalen Patienten vom Masochisten?

Dr. Stomat: Wie bereits erwähnt ist jeder verdächtig, der schlechte Zähne hat. Auffällig erscheinen auch Menschen, die sich in demütigender Haltung bei mir vorstellen und sagen "Ich halts nicht mehr aus Herr Doktor". Auch Patienten, die vorgeben Angst vor der Betäubungsspritze zu haben oder Spritzen grundsätzlich ablehnen, müssen eindeutig zu den masochistisch veranlagten Personen gezählt werden. Kein normaler Mensch lehnt die Betäubungsspritze ab, wenn er sich dadurch extreme Schmerzen ersparen kann.

Waldecker Tagblatt: Herr Doktor,behandeln Sie mehr weibliche oder mehr männliche Masochisten?

Dr. Stomat: Nach einer intern durchgeführten Studie sind wir sicher, dass sich wesentlich mehr Männer als Frauen von ihrem krankhaften Trieb leiten lassen. Wir haben in der Studie lediglich zwei Fragen gestellt. 1. Möchten Sie Schmerzen haben?  2. Können Sie Schmerzen ertragen?  98% der Männer haben ad hoc  geantwortet: "Nein Herr Doktor".   2% der Befragten antwortete mit: "Ich weiss nicht" und 1% wollte die Frage noch mal wiederholt haben. Hier ist also klar zu erkennen, dass mich  99% des "starken Geschlechts"  provokant angelogen haben. Dass ich bei der anschließenden Behandlung für zusätzliche Pein sorge ist da nur verständlich. Da wird mit dem Bohrer ruhig mal ein halbes Stündchen auf dem freiliegenden Nerv rumpoliert.

Waldecker Tagblatt: Herr Stomat, was meinten Sie mit dem Erschließen neuer Märkte?

Dr. Stomat: Die Behandlungen werden natürlich ganz normal mit den Krankenkassen abgerechnet. Der Mehrwert für mich und das Praxisteam besteht darin, dass wir zu Beginn der Behandlung den Vorhang zum Zuschauerraum öffnen. Nachdem der Kopf des Patienten fixiert, die Bein- und Fussfesseln angelegt und der Mundspreizer befestigt wurde, muss jeder Zuschauer einen Fünfer abliefern. Wir haben jeden Tag die Bude randvoll. Fast täglich melden sich Schulklassen an um zu schauen,  was aus schlecht gepflegten Zähnen resultiert. Es kommen aber auch Manager großer Konzerne, die sich überzeugen wollen, wie weit man Menschen demütigen und ihnen Schmerzen zufügen kann. Also alles in allem ganz normale Leute, wie Sie und ich auch.

Waldecker Tagblatt: Vielen Dank für das Gespräch Herr Doktor!

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 Dezember 2014 11:26

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