Samstag, 24 Januar 2015 00:00

Korbach: Betrügerische Steuerbescheide im Umlauf Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Überhöhte Steuerforderungen werden im Namen der Hanse, Kreis- und Kreiselstadt Korbach verschickt. Überhöhte Steuerforderungen werden im Namen der Hanse, Kreis- und Kreiselstadt Korbach verschickt. Foto: Waldecker Tagblatt

KORBACH. (wat) Eine neue Betrugswelle überollt derzeit die Hansestadt Korbach. Falsche Steurbescheide befinden sich im Umlauf.

Die Gewerbetreibenden in Korbach sehen sich derzeit mit betrügerischen Gewerbesteuerbescheiden konfrontiert. Mehr als 4000 Steuerbescheide wurden am 9. Januar mit der Post an die in Korbach ansässigen Unternehmen verschickt. Die Polizei rät den betroffenen Unternehmen, die Steuerbescheide nicht einfach in den Müll zu werfen, sondern vom Steuerberater seines Vertrauens  prüfen zu lassen und keinesfalls voreilig eine Zahlung zu tätigen: "Das moderne Raubrittertum schlägt jetzt wohl auch in Korbach zu. Wir als Polizeibehörde können nur beratend tätig sein, das Problem für uns ist, dass die Gewerbesteuerbescheide den originalen Bescheiden der Korbacher Finanzabteilung täuschend ähnlich sehen", so ein Polizeisprecher gegenüber dem Waldecker Tagblatt und ergänzt: "Wer voreilig zahlt, sieht sein Geld nie mehr wieder".  In der Tat weisen die Steuerbescheide keine Auffälligkeiten für das ungeübte Auge auf. Kassenzeichen, Gläubiger-ID, Logo der Stadt und sogar die Bankverbindungen stimmen überein.

Das betrügersiche Steuerbescheide im Umlauf sind, hat Gerd Knausrig aus Korbach sofort erkannt: "Erstmal prüfe ich den aktuellen Hebesatz und da habe ich sofort gesehen, dass diese Betrüger den Satz von 350% auf 395% erhöht haben, das würde unser Bürgermeister niemals zulassen. Auch die Fälligkeitstermine für das laufende Jahr sind viel zu hoch angesetzt", so Gerd Knausrig von der gleichnamigen Agentur für "Finanzdienstleistungen aller Art" in Korbach. Auch Siegfried Geiz aus Korbach, der einen Dritte-Handladen betreibt ist stinksauer: "Ich habe erst im November meinen Laden eröffnet und soll eine Vorauszahlung von 1007,82 Euro für das Jahr 2015 zahlen", bestätigt der 87-jährige Rentner, der sich ein bisschen was dazu verdienen muss um nicht auf der Straße leben zu müssen.

Wie die Betrüger an das Geld kommen ist derzeit noch unklar. Die Finanzabteilung der Stadt Korbach räumt aber ein, dass auch in den vergangenen Jahren Millionen von Euro auf die städtischen Konten eingezahlt wurden und auf  ungeklärte Weise einfach verschwunden sind. Mit den Worten: "Wir sind blank", bestätigt auch der Bürgermeister die leeren Kassen und möchte eine Innenrevision durchführen lassen, um Licht in die Angelegenheit zu bringen.   

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Letzte Änderung am Samstag, 24 Januar 2015 10:08

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