Donnerstag, 29 Januar 2015 00:00

Epidemie: Wollmäuse in Bad Wildungen aufgetaucht Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Die gemeine Wollmaus im Bauchnabel Die gemeine Wollmaus im Bauchnabel Foto: CC BY-SA 3.0

BAD WILDUNGEN. (wat) Der Anfangsverdacht einer Wollmausepidemie hat sich nicht bestätigt. Das Gesundheitsamt gab heute Entwarnung.

Nachdem mehrere hundert Frauen und Männer in der letzten Woche das Gesundheitsamt aufgesucht hatten, um sich von der gemeinen Wollmaus befreien zu lassen, gab das Amt für Gesundheit, Epidemie und Wahnvorstellungen heute Entwarnung. Insgesamt wurden 468 Frauen und 986 Männer untersucht. Die Amtsärztin attestierte lediglich Bauchnabelfussel. Vollkommen harmlos.  Die sogenannten Wollmäuse beschreibt Wikimedia hier:

Ein Bauchnabelfussel ist ein Fussel im Bauchnabel, der sich aus abgeriebenen losen Fasern aus Kleidungsstücken bildet und zu einem kleinen Teil auch aus Staub besteht.

Viele Menschen finden abends oder auch morgens einen kleinen Fussel in der Vertiefung ihres Bauchnabels. Der Grund dafür war lange Jahre unklar, bis im Jahr 2001 Karl Kruszelnicki von der Universität Sydney, Australien, eine systematische Untersuchung durchgeführt hat, um die Eigenschaften der Bauchnabelfussel zu bestimmen. Seine wichtigsten Erkenntnisse waren:

  • Bauchnabelfussel bestehen vor allem aus losen Fasern der Kleidung, vermischt mit abgestorbenen und zerfetzten Hautzellen und ausgefallenen Körperhaaren.
  • Entgegen den Erwartungen bewegen sich Bauchnabelfussel auch aufwärts aus der Unterwäsche und weniger abwärts aus Hemden und Oberteilen. Die Bewegung resultiert aus der reibenden Zugkraft des Körperhaares auf der Unterwäsche, die lose Fasern in den Nabel zieht.
  • Frauen haben weniger Bauchnabelfussel, weil sie dünnere und kürzere Körperhaare haben. Umgekehrt haben ältere Männer mehr, weil sie stärkere und zahlreichere Haare am Körper besitzen.
  • Die charakteristische blaugraue Farbe der Bauchnabelfussel ist der Durchschnitt der Farben der Fasern in der Kleidung. Dieselbe Farbe haben Fusseln in Wäschetrocknern.

2002 wurde Kruszelnicki für seine interdisziplinäre Forschung mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.

Graham Barker aus Perth, Australien, ist laut Guinness-Buch der Rekorde der Rekordhalter für das Sammeln von Bauchnabelfusseln. Er hat seit dem 17. Januar 1984 beinahe jeden Tag seinen Bauchnabelfussel gesammelt. Er findet täglich etwa 3,03 mg. Im Gegensatz zu den Untersuchungen von Kruszelnicki sind seine Fusseln angeblich von rötlicher Farbe, obwohl er kaum rote Kleidung trägt.

Quelle: Wikimedia Foto: CCBY-SA3.0

Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Januar 2015 15:50

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