Montag, 16 Februar 2015 00:00

An Luderplatz gelockt - Jäger wollte Sex für umme Empfehlung

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Am Luderplatz: Diese Waffe gehört nun Maria L. aus Waldeck Am Luderplatz: Diese Waffe gehört nun Maria L. aus Waldeck Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK/LUDERPLATZ. (wat) Eine Jagdscheinanwärterin ist Opfer eines Lodenmantelträgers geworden.

 

Die erst 21-jährige Maria L. aus Waldeck ist Opfer eines Triebtäters im Lodenmantel geworden. Am  Dienstag vorletzte Woche wurde im Amtsgericht Korbach das Urteil gegen den 37-jährigen Hubertus (Hubsy) Zwirner aus Castrop-Rauxel gesprochen, der im vergangenen Herbst die 21-jährige Maria L. aus Waldeck heimtückisch zum reviereigenen Luderplatz gelockt und dann unsittlich berührt haben soll. Während die Verteidigung bereits im Vorfeld von der Unschuld des Angeklagten überzeugt war, fordert die Anklage für den 37-jährigen Jäger vier Jahre Haft ohne Bewährung, den Entzug der Jagderlaubnis, sowie die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt nach Verbüßung seiner Haftstrafe. 

 

Was war in Detail geschehen? Nach Angaben der 21-jährigen Maria L. hatte sich der 37-jährige Jäger angeboten, ihr beim Jagdschein behilflich zu sein. Die naturbegeisterte Jagdscheinanwärterin nahm im Sommer des letzten Jahres das Angebot des Jägers wahr und so entwickelte sich im laufe von wenigen Monaten eine freundschaftliche Beziehung zwischen dem "Lehrherrn" und der "Schülerin". Bei gemeinsamen Ansitzen wurde der Jäger immer zudringlicher und  warf mit versauten Worten um sich. Maria L.: "Beim Ansitz im Oktober auf Schwarzwild hat  der Hubsy mir ins Ohr geflüstert, dass die Bache an der Kirrung bei schlechten Wind regelmäßig bläst. Zu diesem Zeitpunkt habe ich bereits gemerkt, dass der Hubsy leicht pervers ist", so die 21-Jährige vor Gericht. Auch derbe Sprüche soll der 37-Jährige in unregelmäßigen Abständen von sich gegeben haben. Zum eigentlichen Tathergang äußerte sich Maria L. vor Gericht wie folgt: "Am Luderplatz ist es dann passiert, Hubertus hat mir von der Kanzel zugerufen, dass er mir gleich das Nageln zeigen möchte, ich sollte mich schon mal hinknien", bestätigte die 21-Jährige die triebhafte Ankündigung des Castrop-Rauxelners. In der Folge habe es eine körperliche Auseinandersetzung zwischen Maria L. und Hubertus Z. gegeben, wobei sich die 21-Jährige als überlegen erwiesen habe. "Ich habe dem Hubsy, als er auf mich zukam sofort und ohne Vorwarnung zwischen die Beine getreten und bin zur nächsten Polizeistation gefahren um Anzeige wegen versuchter Vergewaltigung zu erstatten", so die geschändete Jungjägerin gegenüber dem hohen Gericht.

 

Der Angeklagte Hubertus Zwirner versuchte vor Gericht mit hoher Fistelstimme seine Unschuld zu bekräftigen, was den Richter dazu veranlasste kurzen Prozess mit dem Delinquenten zu machen. Das Urteil  lautet: Vier Jahre Haft ohne Bewährung, Entzug der Jagderlaubnis, das Einziehen der Jagdwaffen, 3000 Euro Schmerzensgeld und eine zwangsweise Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. In seiner Urteilsbegründung wies der Richter noch einmal darauf hin, dass Frauen auch an Luderplätzen kein Freiwild seien und das Strafmaß, gemessen an der besonderen Schwere der Straftat, eigentlich noch zu milde ausgefallen sei. Die Kosten des Verfahrens hat der Verurteilte zu zahlen. Der Staatsanwalt fügte bei der Urteilsverkündung in Richtung des Verurteilten noch hinzu: "Sex für umme geht gar nicht mein Freund", und bestätigte das Urteil als Chance für einen Neuanfang.

 

Die Waldeckerin Maria L. hat übrigens, wie aus verlässlicher Quelle zu erfahren war, den Jagdschein bestanden. Das Revier, in dem vorher Hubertus Zwirner  leidenschaftlich gejagt hatte, betreut nun Maria L. als Jagdaufseherin hingebungsvoll. Falls Hubertus Zwirner das Schmerzensgeld nicht rechtzeitig an Maria L. überweist, will die  21-Jährige ersatzweise die Waffen des Verurteilten übernehmen. Ein entsprechender Antrag wurde vom Gericht bereits bewilligt.

Letzte Änderung am Dienstag, 17 Februar 2015 13:58

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