Sonntag, 22 Februar 2015 00:00

Diemelsee: Im Kloster Flechtdorf werden keine Homo-Ehen getraut Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Der Regenbogen wurde in Diemelsee verboten Der Regenbogen wurde in Diemelsee verboten Foto: Waldecker Tagblatt

DIEMELSEE/FLECHTDORF. (wat) Weil ein Ortsvorsteher zu viele Regenbogen am Himmel sichtet, hat er den § 175 wieder eingeführt und die Ortsschilder ändern lassen.

Der Flechtdorfer Ortsvorsteher Walter Rohde erklärt sein Dorf zur regenbogenfreien Zone. Anlass für die außergewöhnliche Anweisung ist ein Vorfall aus jüngster Zeit. Demzufolge sollen zwei Herren an der Tür des Ortsvorstehers geklingelt haben um einen Termin für die gleichgeschlechtliche Trauung abzusprechen. Als Ort der Eheschließung sollte das ehrwürdige Kloster zu Flechtdorf, gleich neben der Kirche dienen. Die beiden Herren im Alter von 30 und 32 Jahren gaben an, dass gerade am Diemelsee des Öfteren Regenbogen zu sehen seien und man sich deshalb für einen Ort in der Großgemeinde Diemelsee entschlossen habe, um die standesamtliche Ehe vor dem Gesetz zu besiegeln. Mit den Worten: "Wir wollen uns das Ja-Wort geben", sprachen die beiden den sonst eher sensiblen Ortsvorsteher an. Nach einem kurzen aber lautstarken Monolog des Ortsvorstehers, zogen die beiden Herren ohne Termin, dafür aber mit rot, gelb, grün und blauen Flecken  von dannen.

 

Der erzkonservative Ortsvorsteher und Stabsfeldwebel im Ruhestand hat auf Grund dieses einmaligen Vorfalls ein Dekret erlassen, dass den Paragraphen 175 mit sofortiger Wirkung in Flechtdorf reaktiviert. Auch auf dem Ortsschild ist nun vermerkt, dass Flechtdorf zur regenbogenfreien Zone erklärt wurde. Weiterhin klärt das Dekret des Ortsvorstehers über unzüchtiges Verhalten in Detail auf. Mit wahlweise 60 Stockschläge oder ersatzweise 500 Sozialstunden im Altenheim wird derjenige bestraft, der widernatürliche Handlungen an gleichgeschlechtlichen Personen ausübt oder Heiratsabsichten äußert, die darauf abzielen, das Flechtdorfer Kloster als Hort der Unzucht in Verruf zu bringen. Walter Rohde: "Selbst der Gedanke  daran ist strafbar" und bezüglich der schwulen Farben weist der Ortsvorsteher darauf hin, das Erdbraun, Feldgrau, Olivgrün und Flecktarn, auch recht ansehnliche Farbtöne darstellen. Bereits im Jahr 2014 hat Rohde des öfteren im Dorf den Satz: "Oh, schaut mal ein Regenbogen" von einheimischen Bewohnern gehört. "Damit ist jetzt Schluss", so der gläubige Christ und versichert den Flechtdorfer Bürgern, dass Sodom und Gomorra nicht, wie in anderen Städten und Dörfern üblich, im beschaulichen Diemelseer Ortsteil Einzug hält.

 

Das Waldecker Tagblatt berichtete bereits im April 2014 über den Flechtdorfer Ortsvorsteher: Jeder kehrt vor seiner Tür...

Letzte Änderung am Sonntag, 22 Februar 2015 14:32

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