Montag, 16 März 2015 00:00

Sauber: Dixi-Klos auf Waldecks Äcker Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Der Testbetrieb auf dem Hof von Bauer Proll verlief einwandfrei Der Testbetrieb auf dem Hof von Bauer Proll verlief einwandfrei Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK. (wat) Die Grünen verlangen eine saubere Umwelt. Das Projekt "DIXI" nimmt Fahrt auf.

Die Landwirte in Diemelsee sind völlig aus dem Häuschen. Auf etlichen landwirtschaftlichen Anwesen in Diemelsee wurde das Projekt "DIXI" umgesetzt.  Pünktlich zum Frühlingsanfang wollen "Bündnis 90/Die Grünen" auf Wiesen und Äckern Dixi-Toiletten aufstellen lassen, um die Umweltbelastung durch urinierende Landwirte so gering wie möglich zu halten.  Den Testbetrieb hat Landwirt Richard Proll aus Sudeck auf seinen landwirtschaftlichen Flächen  bereits hinter sich und versteht die ganze Sache überhaupt nicht. "Ich musste pro Hektar Wiese 1 Dixi-Klo aufstellen, auf Äckern über zwei Hektar anbaubare Fläche sind es sogar zwei Dixi-Klos", bestätigt der rüstige Landwirt die Vorgaben aus dem Korbacher Kreishaus. Glaubt man der Grünen Abgeordneten Ilka Rühme-Querle-Sauer, so wird diese neue Bagatellsteuer (DIXI-Steuer)  kostenneutral auf die Landwirte umgelegt: "Wir gehen in unseren politischen Überlegungen nach dem Verursacherprinzip, da wir aus verlässlicher Quelle erfahren haben, dass viele Landwirte die während der Arbeit auf dem Feld mal aus der Hose müssen, einfach auf ihr Land pullern oder einen Haufen ins Gebüsch setzen", so die Umweltaktivistin.

 

Landwirt Erwin Bangemann aus Ottlar sieht das Ganze etwas gelassener. Der 61-jährige Power-Bauer aus dem Diemelseer Ortsteil hat Verständnis dafür, dass Fäkalien nicht wild entsorgt werden dürfen: "Ich bewirtschafte einen ziemlich großen Hof und wenn ich Gülle, Jauche oder Mist fahre, dann kommt es schon mal vor, dass ich ein menschliches Bedürfnis habe", so Erwin Bangemann gegenüber dem Waldecker Tablatt. Auf seinen Wiesen, Äckern und Feldern hat der Power-Bauer 42 Dixi-Klos aufgebaut und muss dafür 7560 Euro monatlich an den Kreis zahlen. "Schummeln geht nicht", bestätigt Ilka Rühme-Querle Sauer von den Bündnis90/Grünen und verweist auf die neu eingerichtete Stelle im Korbacher Landwirtschaftsamt um Missbrauch und Betrug vorzubeugen. Bio-Bauern sollen von der Regelung übrigens  ausgenommen sein.

 

Für die CDU, die Freien Wähler und die FDP sind solche Hirngespinste purer Aktionismus um Wählerstimmen bis zur Landratswahl im Juli einzufangen. Ein CDU-Abgeordneter aus dem Kreishaus wird deutlicher und stellt fest, dass vor 20 Jahren für rund 600 landwirtschaftliche Betriebe 75 Mitarbeiter im  Landwirtschaftsamt zuständig waren. "Heute haben wir noch 75 Betriebe im Landkreis und 600 Mitarbeiter in der Behörde, die den Wasserkopf permanent aufblähen", so der CDU-Mann und fügt hinzu:"Die Zeche bezahlen mal wieder die Bauern". Die Grünen im Kreistag weisen die Kritik zurück.

Letzte Änderung am Dienstag, 17 März 2015 08:10

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