Freitag, 17 April 2015 00:00

Waldeck-Frankenberger entsetzt, weil sie keine Werbeprämien mehr erhalten Empfehlung

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Kann man nicht mehr abonnieren: HNA Waldecker Ausgabe Kann man nicht mehr abonnieren: HNA Waldecker Ausgabe Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK-FRANKENBERG (wat) Tausende Abonnenten in Waldeck-Frankenberg müssen ihren Rasenmäher nun im Fachhandel kaufen.

Das ist blöd, finden die treuen Abonnenten von WLZ-FZ und HNA. Denn nachdem die HNA zum 1.4.2015 die Geschäftsstelle in Korbach geschlossen hat, wird auch die Frankenberger Zeitung im September dieses Jahres aufhören zu existieren. Von da an gibt es noch zwei, an Stelle von vier Verlagstiteln in Waldeck-Frankenberg.

 

Ob Handy, Rasenmäher, Heckensäge, Boby-Car, Kaffee-Maschine oder Geldprämie, die Waldeck-Frankbenberger Bürger haben  sich über Jahrzehnte auf Kosten der Verlagstitel wie Waldeckische Landeszeitung (WLZ), Hessisch-Niedersächsiche Allgemeine (HNA Waldeck),  Frankenberger Zeitung (FZ) und  Hessisch-Niedersächsiche Allgemeine, (HNA Frankenberg) so richtig mit Werbeprämien eingedeckt. Nicht selten hatte ein Haushalt gleich drei Kärcher Hochdruckreiniger im Keller stehen oder vier Rasenmäher im Gartenschuppen. Gesponsert vom Bing-Verlag oder von der HNA. Jedes Jahr wurde pünktlich die Zeitung gewechselt. Bei verhandlungsstarken Kunden gab es auch noch mal vier Wochen oder drei Monate die Zeitung kostenlos dazu.  Bis zu 200 Euro wurde den Abonnenten versprochen, wenn sie nach nur einem Jahr den Zeitungstitel wechseln.  Da der Abowerber auch noch 200 Euro für das Schreiben der Kündigung und die Neuaufnahme des  Zeitungsabonnements erhielt, blieb den Verlagen per Anno ein dickes Minus  in der Kasse. Schätzungsweise acht Millionen Euro wurden so von den Verlagen in den letzten Jahren in Werbeartikel, Geldprämien und Abowerber investiert.

 

Besonders beliebt bei den Kunden war die Wechselwirkung innerhalb der Familie. So wurde in einem Jahr das Abo von der Mutter auf die Tochter geschrieben und vorgegeben, die Mutter sei schon letztes Jahr verstorben. Im nächsten Jahr wurde die Zeitung von der Tochter auf den Urgroßvater übertragen. Zwei Jahre später lebte die Mutter wieder und schloss das Abo mit Werbeprämie erneut ab. Den Abowerbern  schien jedes Mittel recht zu sein, an das Geld der Verlage zu gelangen.  Damit dürfte nun Schluss sein. Zählt man die geschriebenen Abos der letzten zehn Jahre zusammen, müsste die Bevölkerung in Waldeck-Frankenberg um das Dreifache auf knapp 500.000 Bürgerinnen und Bürger angestiegen sein. Das ist allerdings nicht der Fall. Derzeit leben in Waldeck Frankenberg rund 156.000 Menschen. Mit fallender Tendenz.

 

Die treue Wechselleserin und HNA/WLZ-Abonnentin Liselotte Henry aus Korbach zeigte sich besorgt über das unseriöse Verhalten der Verlage und denkt sehnsüchtig an den früheren Werbeslogan der WLZ zurück, in dem es hieß: "Verschenke Heckenscheere, gebe kostenlos die Zeitung dazu". Auch Rüdiger Radlos aus Sachsenhausen trauert dem Prämienwahn der vergangenen Jahre nach und weiß in diesem Jahr erstmals nicht zu sagen, wo er die Weihnachtsgeschenke für die Enkelchen hernehmen soll. Rüider Radlos: "Vier Enkelkinder je 50 Euro, das war immer die Werbeprämie über 200 Euro von  der HNA oder der WLZ, je nachdem, wer gerade dran war", so der verzweifelte  Rentner gegenüber dem Waldecker Tagblatt.

 

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link:  L E S E N

Letzte Änderung am Samstag, 18 April 2015 08:20

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