Montag, 20 April 2015 00:00

Pizzas schwarz verkauft - Finanzamt schließt Gastronomiebetrieb Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Ist schwarz über den Tisch gegangen: Pizza Ist schwarz über den Tisch gegangen: Pizza Foto: Waldecker Tagblatt

KORBACH. (wat) Schon wieder hat ein Gastronomiebetrieb in Korbach schließen müssen. Das Finanzamt ist dem Steuersünder auf der Spur.

Wenn bei einer Steuerprüfung die Ausgaben höher sind als die Einnahmen, und das über Monate oder sogar Jahre hinweg, wird das Finanzamt misstrauisch und schaut dem fleißigen Gewerbetreibenden auf die Hände. Vor allem dann, wenn das defizitäre Geschäft einen Audi A6 abwirft.

 

So auch geschehen im beschaulichen Hansestädtchen Korbach, in der Fußgängerzone unweit des Parkhauses. Dort residierte ein Pizzabäcker und brachte es fertig, mit zwanzig Säcke Mehl nur fünfzehn Pizzen zu backen, zu servieren und  über die Registrierkasse abzurechnen. Der Rest ist angeblich dem Bratverlust geschuldet, soll der Gastronom aus Italien den Finanzbeamten geantwortet haben. Genau so verhält es sich mit dem Kaffee: 420  Kilogramm Kaffee wurden bei Feinkost-Albrecht eingekauft und steuerlich abgesetzt, aber nur 200 Tassen Kaffee serviert. Das jedenfalls stand auf den Kassenbelegen. Ebenso verhielt es sich mit günstig eingekaufter Coca-Cola aus den Discountern. Hier lief ebenfalls das schwarze Getränk durch die Kehlen der Gäste, ohne auch nur annähernd einen Plärer Gewinn abzuwerfen. Der angegebene Eigenverbrauch von Pizza, Kaffee und Cola erschien ebenfalls übertrieben. "Davon hätte eine Gebirgsjägerkompanie aus Mittenwald ganze sechs Monate verpflegt werden können", so ein Finanzbeamter gegenüber waldecker-tagblatt.de.

 

Verluste über Verluste waren zu beklagen, bis die Beamten der hiesigen Finanzbehörde den Braten gerochen haben. Über die Stromrechnung, die verbrauchte Wassermenge des Gastronomiebetriebes und die Stundenleistung der Mitarbeiter rechneten die Steuerprofis Umsatz und Gewinn aus. Das Fazit: 95% der Pizzen sind schwarz an der Ladenkasse vorbeiverkauft worden.  Die deftige Steuernachzahlung scheint dem Gastronom auf den Magen geschlagen zu sein. Er ist wie vom Erdboden verschwunden.

Das Waldecker Tagblatt meint: Ehrlich währt am längsten

 

Letzte Änderung am Dienstag, 21 April 2015 16:44

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