Mittwoch, 03 Juni 2015 00:00

Schnittmenge: Jagdpächter über Unterstützung von Landwirten dankbar Empfehlung

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Hatte gegen den Landwirt keine Chance: Rehkitz Hatte gegen den Landwirt keine Chance: Rehkitz Foto: Waldecker Tagblatt

DIEMELSEE-FLECHTDORF. (wat) Am heutigen Mittwoch wurde wieder ein Kitz vom Mähwerk eines Landwirts erfasst.

Das noch lebende Kitz wurde durch Zufall von einem vorbeikommenden Autofahrer an der Aartalstraße zwischen Flechtdorf und Adorf entdeckt und von seinen Leiden erlöst. "Der linke Vorderlauf war abgetrennt, der linke Hinterlauf gebrochen und tiefe Schnittwunden an der Keule und am Rücken hätten ein Überleben der armen Kreatur völlig ausgeschlossen",  so der Autofahrer gegenüber dem Waldecker Tagblatt, der selbst Jagdscheininhaber ist und nach einem Telefonat mit der Polizeistation in Korbach das Kitz auf Anordnung der Behörde mit einem Messer abnickte. Das Kitz musste schon etliche Stunden unter qualvollen Bedingungen dort gelegen haben, vom Landwirt fehlte jede Spur. Lediglich die Ricke stand beim Eintreffen des Jägers bei Ihrem Kitz um es zur Flucht aufzumuntern. 

 

Als der herbeigerufene Jagdpächter die Wiese des Grauens betrat, machte sich der inzwischen eingetroffene Landwirt hoch flüchtig aus dem Staub, ohne ein Wort mit Jäger zu wechseln. Das Kitz blieb verschwunden, der mitgebrachte Jagdhund fand allerdings sofort das tote Kitz in einem Brennesselposten.  Für die Flechtdorfer Jäger ist diese Art der Rehwildbejagung eine willkommene Abwechselung. So beschreibt Jagdpächter Michael D. aus Münster das Treiben der Landwirte als einzigartige und großartige Leistung: "Früher wurde uns von den Landwirten immer mitgeteilt, wenn Flächen gemäht werden, wir mussten dann Gegenmaßnahmen zur Rettung der Kitze Einleuten. Das ist Gott sei Dank vorbei, wir kommen nur noch nach Flechtdorf um die gemähten Wiesen nach Leichenteilen abzusuchen um die verwertbaren Reste abends auf den Grill zu werfen", so der passionierte Rehwildjäger. Der mitgebrachte Hundeführer, der das Kitz in einem Brennesselposten aufspürte sagte der Redaktion mit begeisterter Stimme: "Das gibt uns dann noch den besonderen Kick, wenn wir die Reste der Kitze erst suchen müssen. Die Landwirte lassen sich schon einiges Einfallen um uns auf Trab zu halten".      

 

Die Gemeinde Diemelsee hatte vor Jahren als Ausgleichsmaßnahme die Wiese dem Naturschutz zur Verfügung gestellt und einen gültigen Pachtvertrag mit dem örtlichen Landwirt abgeschlossen. Die Auflagen: Die Wiese höchstens zweimal im Jahr Mähen, nicht Düngen und nicht Güllen, sowie den ersten Schnitt nicht vor dem 16. Juni durchführen. Dass man sich in der Gemeinde Diemelsee von Seiten der Landwirte nicht an Pachtverträge hält ist nichts Neues, werden doch bereits seit Jahren die Hecken gerodet, die Feldwege weg geackert oder mit dem Pflug verjüngt und unerlaubt Gülle in die Bäche geleitet.  Für die Jäger in Diemelsee steht fest, das die gemeinsame Schnittmenge mit den Landwirten nicht größer sein könnte. "Wir sind rundum zufrieden und warten eigentlich nur noch auf die nächste Jagdsteuererhöhung", so Jagdpächter Michael D. gegenüber unserer Onlineredaktion.

 

Wie unserer Redaktion mitgeteilt wurde, hat der zuständige Jagdpächter Anzeige gegen den Landwirt bei der Polizeibehörde in Korbach erstattet. Wieso, ist uns unerklärlich...

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Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Juni 2015 08:49

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