Freitag, 17 Juli 2015 00:00

Forstämter kontrollieren Kirrungen Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Mehr als 175 Maiskörner im Kirrbaum Mehr als 175 Maiskörner im Kirrbaum Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Die Förster wurden angehalten die Kirrungen in den heimischen Jagdrevieren zu kontrollieren.

Das Ergebnis kann sich in der Tat sehen lassen. Von 54 kontrollierten Jagdrevieren war nur ein einziges nicht zu Beanstanden, die restlichen 53 Reviere fielen durch übermäßiges Kirren mit Mais auf. Nicht nur die Anzahl der Kirrungen, sondern auch die Menge des Kirrgutes wie zum Beispiel Mais oder Weizen wurde beachtlich überschritten. Laut Jagdgesetz sind die Kirrvorschriften zu beachten. Darin heißt es, dass bis 100 Hektar jagbarer Fläche eine Kirrung pro Jagdrevier angelegt werden darf, für je weitere hundert Hektar eine zusätzliche Kirrung. Die Menge pro Kirrung ist auf 1 Liter Getreide pro Tag begrenzt.

 

Förster Willibald M. vom Forstamt Diemelstadt berichtete dem Waldecker Tagblatt von abenteuerlichen Geschichten rund um das Kirren an Schwarzwildfütterungen: "Was sich die Jäger so einfallen lassen, um die Sauen zu Mästen, ist mit Worten gar nicht zu beschreiben. Wir haben bei einem Jäger aus Vöhl Baumstämme gefunden, die aufgeschnitten, ausgehöhlt und mit einem 10 Liter Eimer Mais befüllt waren. Insgesamt 12 Kirrbäume wurden an dieser  Schwarzwildfütterung gefunden, zwar gut getarnt, da man meinen könnte, es wären wahllos im Wald liegende Baumstammenden, meinem geschulten Blick entgeht so etwas natürlich nicht", so der Förster aus Diemelstadt. Rund 120 Kilogramm Mais wurde nach Angaben von Willibald M., an der Kirrung gefunden und das Ergebnis, der unteren Jagdbehörde in Korbach übergeben. Mit saftigen Geldbußen müssen nun die Revierinhaber rechnen, die bereits jetzt durch die Jagdsteuererhöhung um 5% vor dem finanziellen Ruin stehen und Bußgeldbescheide aus dem Kreishaus erwarten.  

 

Als völlig unbeanstandet wurde das Revier "Eschenseite" am Diemelsee hervorgehoben. Hier wurden überhaupt keine Kirrungen festgestellt. Dem Waldecker Tagblatt sagte der 65-jährige Pächter auch warum: "Ich besitze eine reine Waldjagd, die Sauen sollen sich beim Nachbarn in Feld- und Fluor feist fressen, schießen werde ich die wohlgenährten Schweine dann im Herbst bei mir im Revier", bestätigt der als sehr sozial geltende Revierinhaber ein immer wiederkehrendes Ritual. "Wir locken die Sauen ausschließlich mit Buchenholzteer von der Firma Sutter an unsere Sitze und erlegen unser Schwarzwild ohne Kirrgut", so der Pächter.

 

Die Jagd nach Kirrsündern geht allerdings weiter, die Forstämter in Frankenberg, Burgwald, Hatzfeld und Bad Wildungen überprüfen derzeit intensiv die Reviere und kennen kein Pardon. Willibald M.: "Circa 175 Maiskörner oder 356 Weizenkörner ergeben ein Liter Kirrmasse, wer genau nachzählt, dem kann nichts passieren", gibt der Förster aus Diemelstadt sein Wissen weiter.

Beste Werte erhielten die Eigenjagdreviere der Forstämter, in denen die Förster unentgeltlich selbst jagen. Bei der Kontrolle auf Gegenseitigkeit konnten keine Verstöße festgestellt werden. Die Förster gehen mal wieder mit gutem Beispiel voran.

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Letzte Änderung am Freitag, 14 August 2015 09:44

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