Mittwoch, 29 Juli 2015 00:00

Wie im Mittelalter: Bürgermeister setzt Familie auf die Straße Empfehlung

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In der Kreis- und Hansestadt geht es nicht mit rechten Dingen zu In der Kreis- und Hansestadt geht es nicht mit rechten Dingen zu Foto: Waldecker Tagblatt

HANSESTADT KORBACH. (wat) Kaum zu glauben aber wahr, die Stadt Korbach malträtiert seit Jahren ein armes Ehepaar.

Pünktlich zum 1. jedes Monats, wird das Ehepaar Camlata durch städtische Mitarbeiter aus ihrer Wohnung in der Enser Straße getrieben um den Gästen von Bürgermeister Friedrich abenteuerliche Geschichten zu erzählen. In Lumpen aus dem 14. Jahrhundert gehüllt, müssen Wolfram und Tatjana Camlata bei der Stadtführung an Originalschauplätzen, -an den Pranger in der Stechbahn gekettet-, dem gemeinen Mob als Sündenböcke herhalten. "Ich werde wahrscheinlich am kommenden Samstag so stark erniedrigt, wie nie zuvor in meinem Leben", bangt die hübsche  Frau von Wolfram um ihr Ansehen in der Bevölkerung. "Während meine Tatjana sich am Pranger mit faulen Tomaten, alten Eiern und Kohl bewerfen lässt, werde ich einen Vortrag über die Judenverfolgung der Hansestadt Korbach im Mittelalter halten", bestätigt Wolfram seine geringen Aussichten auf ein freies Wochenende. Tatsächlich mussten die jüdischen Mitbürger von Korbach nicht nur unter den braunen Horden leiden, auch in der früheren Geschichte der Hansestadt wurde den Juden übel mitgespielt.

 

Vorgeworfen wird den Camlatas von Seiten der Stadt, dass sie sich der Unzucht im Spukhaus schuldig gemacht und ihre monatliche Miete nicht gezahlt haben. Das zumindest geht aus der Anklagerolle der Stadt Korbach hervor, die auch dem Amtsrichter vorliegt. Diese wird dem Gericht wie immer pünktlich zum Monatsende vorgelegt, das im gleichen Rhythmus das selbe Urteil fällt: "Schuldig im Sinne der Anklage", so der Richter gegenüber dem Waldecker Tagblatt. "Da das Ehepaar über kein eigenes Einkommen verfügt, müssen Herr und Frau Camlata Frondienste übernehmen und am 1. August 2015 um 17 Uhr eine Stadtführung leiten", bestätigte der Richter sein Urteil. Treffpunkt ist wie in jedem Monat das Enser Tor. Das Ehepaar Camlata  fügt sich seit drei Jahren den Forderungen der Stadt Korbach und akzeptierte bisher die Strafe. Allerdings kommt den beiden Hartz-IV-Empfängern die Sache so langsam spanisch vor: "Im Grundbuch der Stadt Korbach stehen wir als Eigentümer drin und Sex im Spukhaus hatten wir auch schön länger nicht mehr", so Wolfram Camlata, der sich bei der Stadt auch als Waldläufer verdingen muss.

 

Das Geld aus den Führungen kommt der notleidenden Stadt Korbach zugute.

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 Das komplette Programm sehen sie hier: 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Juli 2015 12:53

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