Dienstag, 04 August 2015 00:00

Neues Wildleitsystem stößt auf Widerspruch Empfehlung

geschrieben von  Waldemar Jäger
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Beim Jagdnachbarn schmeckt das Getreide ganau so gut...! Beim Jagdnachbarn schmeckt das Getreide ganau so gut...! Foto: Waldecker Tagblatt

SACHSENBERG. (wat) Ein Jagdpächter aus Sachsenberg (ver)-leitet das Schwarzwild ins Nachbarrevier, um Geld zu sparen.

Der ehemalige Feuerwehrmann und jetzige Jagdpächter in Sachsenberg, Lars F., geht neue Wege in der Wildschadenverhütung und wendet das altbekannte Sankt Florians Prinzip an. Das stößt bei den umliegenden  Jagdnachbarn auf wenig Gegenliebe. Während Lars F. keinen Wildschaden zu beklagen hat, müssen andere Pächter tief in die Taschen greifen und die Wildschäden, die durch Schwarzwild entstanden sind, den Landwirten bezahlen. Nach Angaben der umliegenden Revierpächter von Schreufa, Viermünden und Dalwigksthal wurden bereits Zahlungen im fünfstelligen Bereich getätigt, weil mehrere Hafer, Raps- und Weizenfelder den Sauen zum Opfer fielen. 

 

Auslöser für die enormen Wildschäden, sind nach Angaben der Revierinhaber die scheinbar wahllos in die Gemarkung von Sachsenberg gerammten Pfähle entlang von Hafer, Raps- und Weizenschlägen mit säuberlich auf weißem DIN A 4 Papier gedruckten Lettern "Beim Jagdnachbarn schmeckt das Getreide genau so gut...". Allerdings steckt hinter den wahllos in die Erde getriebenen Hinweisschildern ein ausgeklügeltes System, ist sich Jagdpächter Reichhard E., aus Schreufa sicher: "Hier hat sich Herr F. was besonders perfides einfallen lassen, wer ein bischen Denken kann, erkennt darin ein ausgeklügeltes Wildleitsystem, zu meinen Ungunsten", so der Pächter auf Nachfrage von waldecker-tagblatt.de. Während die übrigen, von Wildschaden betroffenen Pächter bereits rechtliche Schritte gegen Lars F. prüfen, stehen die Landwirte aus Sachsenberg  ihrem Pächter zur Seite. Bauer Franz Grubber: "Wie unser neuer Pächter den Wildschaden verhindert, ist ziemlich egal, wichtig ist uns nur, dass wir keine Schäden haben", unterstützt Jagdgenosse und  Landwirt Franz Grubber die genialen Ideen von Lars F. 

 

Nach den Aussagen von Lars F., sollen die Schilder ein wenig zur Belustigung von Spaziergängern dienen, die Pfähle allerdings sind mit Vergrämungsmittel der Firma Sutter betreufelt um das Einwechseln der Sauen in die Getreidefelder zu  verhindern: "Wer glaubt, dass sich Wildschweine durch Wegweiser abhalten lassen, glaubt auch, dass die Erde eine Scheibe ist. Darüber hinaus haben wir mit unseren Sutter-Sitzen gezielt jagd auf Frischlinge und Überläufer gemacht und die Bachen geschont, um das Sozialgefüge der Rotten nicht zu zerstören", erklärt Lars F., seine erfolgreiche Strategie zur Wildschadenabwehr.

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Letzte Änderung am Dienstag, 04 August 2015 12:06

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