Montag, 10 August 2015 00:00

Platz da: Zimmer vier nimmt noch Asylanten auf Empfehlung

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In Zimmer 4 ist noch Platz In Zimmer 4 ist noch Platz Foto: Waldecker Tagblatt

WILLINGEN - UPLAND. (wat)   Es war wie ein Befreiungschlag, der durch die Ferienregion ging. Das Zimmer vier in der Gemeindeverwaltung Willingen nimmt weiterhin Asylanten auf.

Als beispielhaft und einzigartig wird die Bereitschaft der Willinger Gemeindeverwaltung in die Geschichte der deutschen Gutmenschen eingehen. In großen Lettern steht in der Korbacher Straße von Usseln zu lesen, dass die Gemeinde Willingen Wohnungen für Asylanten sucht oder die Flüchtlinge gleich in Zimmer vier der Gemeindeverwaltung untergebracht werden können.

 

Den Flüchtlingen scheint es zu gefallen. Der Somalier Machmut Alhallahilbi (29) , der mit seinen drei Eltern, seinen Geschwistern, den Kindern, Enkeln und Urenkeln den beschwerlichen Weg auf sich genommen hat um die deutsche Gastfreundschaft kennen und schätzen zu lernen ist euphorisch: "Es ist wie bei uns in Mogadischu, auf den Ämtern laufen alle durcheinander, reden wirres Zeug und lassen pünktlich um 16 Uhr den Kugelschreiber fallen. Frühstücks- und Mittagspause gehen nahtlos ineinander über, danach Briefings, Meetings und ab 16 Uhr gehört das Zimmer mit der Nummer vier uns Flüchtlingen, die angewiesen wurden, die Akten, die über Monate hinweg verstaubt auf den Schreibtischen liegen geblieben sind endlich aufzuarbeiten", so der Somalier in akzentfreiem Deutsch gegenüber waldecker-tagblatt.de.

 

Als Gedankenstütze wurde den Flüchtlingen vom Bürgermeister persönlich der Leitvers eingetrichtert: "Was du heute kannst besorgen, verschieb es ruhig auf übermorgen. Bürgersorgen hin und her, das Vertuschen ist nicht schwer. Fragt dich einer nach der Arbeit, dann atme schwer und stöhne laut und hat er sich dir anvertraut, benutz dein Gehirn auch wenn's dir schwer fällt, sonst erkennt man, du bist faul und dann gibt es was auf's Maul". Die Sachbearbeiterin aus Zimmer Nr. 4, Sabine J., verweist in Fragen in der Flüchtlingsunterbringung auf den Abteilungsleiter Dieter P., der allerdings nicht zu sprechen war. Bleibt die vage Hoffnung, dass die Flüchtlinge noch einige Monate in Zimmer vier verweilen. Arbeit ist ja genug da.

Letzte Änderung am Montag, 10 August 2015 15:12

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