Dienstag, 15 September 2015 00:00

Wrexen: Brandstifter endlich gefasst Empfehlung

geschrieben von  Waldecker Tagblatt
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Im Kollektiv Brände gelegt: Wrexer Bürger Im Kollektiv Brände gelegt: Wrexer Bürger Foto: Waldecker Tagblatt

DIEMELSTADT-WREXEN. (wat) Wahrscheinlich sind mehrere Brandstifter im Kollektiv für die verheerenden Brände in Wrexen verantwortlich.

Es brannte im Diemelstädter Ortsteil in den vergangenen Wochen mehrmals. So fielen 600 Strohballen in der Nacht vom 23. auf den 24. August den Feuerteufeln zum Opfer. Der Sachschaden beträgt 20.000 Euro. Damit aber nicht genug: In den Wochen zuvor brannte eine Wanderhütte nieder und in der letzten Woche wurde an einem Sichtschutzzaun in der Tulpenstraße gezündelt und weitere Strohballen an verschiedenen Orten in der Gemarkung Wrexen in Brand gesetzt.  Die Polizei geht berechtigterweise von Brandstiftung aus und hat nun erste Hinweise erhalten, die zur Ergreifung der Täter führen könnten.

 

Mit den Worten: "Wir sind ganz nahe dran", beschrieb der Pressesprecher der Polizei die Vorgehensweise der Sonderkommission "Pyromane" in einer ersten Stellungnahme gegenüber waldecker-tagblatt.de. Demnach hat die Polizei den Ring der Tatverdächtigen immer enger gezogen und in nur wenigen Tagen durch Befragungen in den Haushalten die Raucher heraus selektiert. "Für uns war klar, dass nur Täter in Frage kommen, die auch ein Feuerzeug besitzen. Im Anschluss haben wir unterschieden zwischen Pfeifenrauchern, Zigarrenrauchern und Zigarettenrauchern".  Die letzte Gruppe, also die Zigarettenraucher wurden in einer ersten Fragestunde im Polizeigebäude in Mengeringhausen einem mehrstündigen, schmerzhaften Verhör unterzogen. "Was Raucher so alles zugeben, wenn sie auf Entzug sind, das ist schon abenteuerlich", so ein Polizeibeamter am Rande der Pressekonferenz.

 

Rund 560 Raucher aus Wrexen sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Einige sind zum Teil geständig, andere wiederum zieren sich noch. Immerhin 559 Personen haben zugegeben schon mal gezündelt zu haben. 44 Personen würden ein Geständnis unterschreiben, wenn sie endlich eine Zigarette rauchen dürften und 22 Personen haben bereits unterschrieben, die Missetaten begangen zu haben. So beschreibt der 32-jährige Florian Brennecke, wie er Nachts aus dem Haus gelaufen ist und nur mit dem Nachthemd bekleidet die 600 Strohballen angezündet habe. Das auch andere Wrexer Bürger zum Tatzeitpunkt unterwegs waren, habe er erst bemerkt, als sein Nachbar neben ihm niederkniete und ihn um sein Feuerzeug bat, da er seines Zuhause vergessen habe. "Es war Zunders Frieder aus der Grabenstraße", gab der 32-Jährige zu Protokoll.

 

Auch ein Feuerwehrmann aus Wrexen galt lange Zeit als tatverdächtig. Er ist zwar Nichtraucher und besitzt demnach kein eigenes Feuerzeug, allerdings hatte der junge Mann den Feueralarm schon ausgelöst, bevor es brannte. Auch war der Feuerwehrmann immer der erste Brandschützer an der Spritze: "Diese Spur ist kalt, dem gehen wir nicht weiter nach", verkündete der Polizeisprecher die Faktenlage.

 

Bei dem einen Raucher, der vehement bestritten hatte, jemals ein Feuerzeug besessen zu haben, geschweige denn eines benutzt zu haben, hat sich die Polizei zwischenzeitlich entschuldigt.

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Letzte Änderung am Dienstag, 15 September 2015 14:35

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