Dienstag, 24 November 2015 00:00

Vorzeitiger Ruhestand: Richter suchte Wahrheit zu oft im Wein Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Hat alles abgegeben: Richter Öxle Hat alles abgegeben: Richter Öxle Foto: 123rf/honoriert 18976808 - anyka

WALDECK. (wat) Ein Richter aus Waldeck wurde in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Er suchte zu oft die Wahrheit im Wein.

Richter Mainhard Öxle hatte sich bereits während seiner Referendarszeit durch seinen Wahlspruch "In Vino Veritas" erheblichen Respekt bei seinen Vorgesetzten und Anerkennung bei seinen Kollegen erworben. Während der Richter über die Amts- und Landgerichte erheblich schneller die Erfahrungsstufen nahm als seine Richterkollegen, konnte Mainhard Öxle aus dem vollen schöpfen und hatte mit nur 38 Jahren die Besoldungsstufe R9 erreicht.  Das sind immerhin 10746,50 Euro monatliches Grundgehalt plus Zulagen und Spesen.

 

In den Gerichtssälen konnte dem Richter keiner das Wasser reichen und immer wenn der Holzhammer auf den Tisch klopfte, war der Richterspruch unanfechtbar. So wurde Richter Öxle ein Sinnbild der Gerechtigkeit. Das seine Urteile oft nicht nachvollziehbar waren, konnte nur mit der Tatsache verknüft werden, das Kläger, Angeklagte oder auch die Schöffen und Staatsanwälte erschreckend nüchtern waren, während sich Richter Öxle aus der Maxibar unter dem Richterpult den Wein schmecken ließ. So wurde ein Drogenhändler aus Bad Arolsen auf Staatskosten für drei Monate nach Mallorca geschickt um sich selbst zu resozialisieren. Ein asylsuchender Albaner wurde kurzerhand zum Rechtsassessor auf Lebenszeit ernannt und einem Trunkenheitsfahrer wurde die Fahrerlaubnis zurückgegeben, nachdem dieser in der Lage war, ohne zu stöhnen, vier Kniebeugen zu absolvieren. Das brachte dem Richter den Beinamen "Caligula" ein, andere wiederum nannten den Robenträger "Richter gnadenlos", wenn ein Urteil zu hart erschien. So wurde dem 16-jährigen Korbacher Willfried Söhnle die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, weil er seine Rundfunkgebühren nicht bezahlen konnte, obendrein wurde der Sünder auf eigene Kosten auf die Insel Elba ins Exil geschickt .

 

Nachdem rund 8000 Beschwerden gegen den Waldecker Richter beim Bundesverfassungsgericht eingegangen sind, wurde der Robenträger aus dem Verkehr gezogen. Er geht in den vorgezogenen Ruhestand und möchte sich ein Weingut kaufen und einmal im Leben etwas vernüntiges tun.

 

Nach geltendem deutschen  Recht sind Richterurteile vollstreckungswürdig. Zur Zeit lässt es sich der Drogenhändler auf Mallorca gutgehen, der Albaner sitzt als Entscheider im Bundesamt für Migration, während sich der 16-jährige  Korbacher auf seiner Exilfahrt im Mittelmeer befindet.

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Letzte Änderung am Dienstag, 24 November 2015 08:27

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