Mittwoch, 16 Dezember 2015 00:00

Omatrick - Polizei warnt vor unseriösen Anrufen Empfehlung

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Hat gar keine Enkelkinder: Oma Erna aus Korbach Hat gar keine Enkelkinder: Oma Erna aus Korbach Foto: 123rf/honoriert 9457922 - Vladimir Voronin

WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Die Polizei in Waldeck warnt vor unseriösen Anrufen älterer Damen.

Die siebenjährige Susanne Trübsahl aus Korbach ist das erste Opfer einer neuen Masche, vor der die Polizei derzeit warnt: "Großeltern bereichern sich vermehrt an den Geldbörsen kleiner Kinder", bestätigte ein Beamter der Korbacher Polizeibehörde gegenüber dem Waldecker Tagblatt das perverse Treiben. In den letzten vier Wochen kam es zu 40 unerlaubten Anrufen bei Minderjährigen im Kreisgebiet. Die Polizei geht davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Was früher als sogenannter Enkeltrick begann, endet heute in der Ausbeutung der jungen Generation. Ein Polizist der Ermittlungsgruppe "Oma" sagte dazu: "Jetzt schlägt die ältere Generation zurück".

Im Falle der kleinen Susanne ging die 89-jährige Erna Gottlos besonders grausam vor. Bei ihrem Anruf gab die Täterin an, dass sie eine nahe Verwandte der kleinen Susanne sei und sie sich in einer misslichen Lage befindet, aus der sie nur ihr geliebtes Enkelkind herausholen kann. Sie animierte die kleine Susanne Trübsahl einen Vorschlaghammer zu besorgen, ihr Sparschwein zu zerschlagen, das Geld herauszunehmen und sämtliche Schmuckstücke, die in der Wohnung aufzufinden seien, in eine Tüte zu stopfen und diese sofort nach unten zu bringen und an ihren Rolly zu hängen. Nachdem die siebenjährige dem Verlangen von Erna Gottlos nachgegeben- und die Geldübergabe vollzogen hatte, schritt die gehbehinderte Oma mit ihren Rollator grußlos von dannen.

Die Polizei warnt minderjährige dringend davor, sich auf Geldforderungen am Telefon oder eine Geldübergabe an Fremde einzulassen. Es handelt sich hierbei immer um Betrüger. Die Omatrickmasche gibt es mittlerweile in den unterschiedlichsten Variationen, doch egal welche Geschichte erzählt wird, es geht immer darum, die Angerufenen hinter das Licht zu führen, um an Bargeld oder Wertgegenstände zu gelangen. Einfachster, aber auch wirksamster Schutz in solchen Fällen ist und bleibt einfach den Telefonhörer aufzulegen und die 110 zu wählen. Fachleute hingegen raten den Eltern grundsätzlich, sich mit ihren Kindern mindestens einmal im Jahr bei Oma, Opa oder auch bei den Großeltern blicken zu lassen, damit diese im Zweifelsfall erkannt werden.

#Heimkommen

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Letzte Änderung am Mittwoch, 16 Dezember 2015 15:16

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