Sonntag, 20 Dezember 2015 00:00

Neues Jagdgesetz: Jäger sollen sich gegen Fehlabschüsse versichern Empfehlung

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Darf jetzt überall und zu jeder Zeit erlegt werden: Waldecker Rothirsch im Bast Darf jetzt überall und zu jeder Zeit erlegt werden: Waldecker Rothirsch im Bast Foto: 123rf/honoriert 11737329 - Mihaly Samu

WALDECK. (wat) Pünktlich zur Einführung des neuen Jagdgesetzes in Hessen hat die erste Versicherung reagiert.

Rund 20.000 hessische Jäger sind nach Auffassung von Bernd Iske völlig unterversichert. In einem Pilotprojekt hat der 65-jährige Waidmann, der ein Revier bei Eimelrod sein Eigen nennt, sich mit der Thematik "Fehlabschuss" befasst und  einen Kronenhirsch mit 26 Enden vom 7. Kopf erlegt - und um das Fass richtig voll zu machen, in Grenznähe auf fremden Gebiet: "Ich habe dem Rothirsch aus meiner Bockbüchsflinte die 5,6 x 50  aus 250 Meter Entfernung angetragen", bestätigte der passionierte Jäger dem Waldecker Tagblatt auf Nachfrage.

Früher wurde so etwas verschwiegen, bescheinigt Jäger Georg Bock aus Ottlar die frühere Praxis der Waidmänner. Da wurde schnell mal mit der Bügelsäge aus einem kapitalen 24-Ender ein Spießer gemacht, aus einem 6-Bock ein Knopfbock und aus einem Hermelin ein Wolpertinger gezaubert. Aber wie auch immer, die Trophäe war versaut, der gute Ruf des Waidmanns auf alle Zeit ruiniert.

Wenn am 1. April 2016 die Einschränkungen der Jagd in Hessen beginnen, könnte es eng werden mit der jährlichen Verlängerung des Jagdscheins. Wehe dem Jäger, der einen Hasen, eine Graugans oder einen Fuchs erlegt ohne vorher mit Tierschützern gesprochen zu haben, dieser muss mit drakonischen Strafen rechnen - oder aber die richtige Versicherung besitzen.

Und genau hier setzt das neue Konzept der Versicherungsagentur Iske an: "Für 19,99 Euro pro Jahr sind sämtliche Fehlabschüsse im eigenen und auch in fremden Revieren versichert". Dazu zählt auch die gemeine Wilddieberei, das Ausbringen von Zuckerrüben außerhalb der Notzeit und selbstverständlich übernimmt die Versicherung Schmerzensgeldforderungen durch Handgreiflichkeiten nach Saufgelagen während der Schüsseltreiben. Iske: "Das neue Rundumsorglospaket vom Jäger für den Jäger ist derzeit einzigartig und sorgt selbst beim schlechten Schützen für ein zufriedenes Schmunzeln im Gesicht, wenn der Waidmann die Waffe einsticht und seinem Glück freien Lauf lässt", so der Versicherungsspezialist.

Selbst die untere Jagdbehörde, die den Jäger persee misstrauisch beäugelt, ist mit der neuen Form der Läuterung einverstanden.

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Letzte Änderung am Dienstag, 22 Dezember 2015 08:42

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