Mittwoch, 27 Januar 2016 00:00

Nach Köln: 689 Putzfrauen stellen sich Korbacher Polizei - Auch Mann dabei Empfehlung

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Muss ihre Tätigkeit als subversieves Element aufgeben: Müsgüll Alibaba Muss ihre Tätigkeit als subversieves Element aufgeben: Müsgüll Alibaba Foto: 123rf/honoriert 36816423 Dmitry Kalinovsky

KORBACH. Nachdem gestern in Köln nach einem muslimischen Einkäufer von Putzmitteln gefahndet wurde, haben sich noch in der Nacht einige hundert Reinigungskräfte bei der Korbacher Polizei gemeldet.

Als Nacht des Grauens dürften die Korbacher Polizeibeamten den Ansturm von mehreren Hundert Reinigungskräften in Erinnerung behalten. Exakt 689 Putzfrauen und ein Putzmann brachten ihre Reinigungsmittel auf die Wache und erstatteten Selbstanzeige oder wollte sich rehabilitieren lassen. Abgegeben wurden abscheuliche Chemikalien wie  "DER HAUPTMANN", "BRIEL", DOMMESTOS", WC-FITT" und  "SCHEUERWASSER" um nur einige zu nennen. Die 79-jährige Isgüül Mühsam war die erste Putzufrau, die ihren Rolly mit Chemikalien gegen 20.15 Uhr, auf die Wache in der Pommernstraße schleppte und Selbstanzeige erstattete um einer Großfahndung über die Medien zu entgehen. Tatsächlich hatten einige Redaktionen der Tagespresse vorgefertigte Artikel bereits geschrieben, es sollten nur noch die Fahndungsfotos und die namen eingefügt werden, bevor die Zeitungen in den Druck gehen konnten. Einige Baumärkte waren der Aufforderung von Polizei und Tageszeitung schon gefolgt und lieferten prompt die Videoaufnahmen aus den Kassenbereichen der Märkte.  

Insgesamt 690 Selbstanzeigen wurden von den Beamten aufgenommen, Fotos gemacht und Fingerabdrücke bei den geständigen Bombenbauern genommen. Ein genervter Polizeibeamter sagte gegenüber dem Waldecker Tagblatt: "Bei einigen konnten wir keine Fingerabdrücke nehmen, da die Fingerkuppen durch Chemikalien in Verbindung mit schnellen Handbewegungen bei der Arbeit schlicht nicht mehr vorhanden waren". Hier wurde den Chemikalienkäufern ein Bußgeld aufgebrummt, das sich gewaschen hatte: "50 Euro bar in die Kasse ohne wenn und aber für erschwerte Polizeiarbeit", bestätigte die 36-jährige Raumpflegeassistentin Jasmin Mehtau-Unmut gegenüber unsere Redaktion, die sinnvolle Strafaktion der Polizeibehörde.

Rund vier Tonnen Putzmittel, Schrubber, Abzieher und Tücher mussten in der vergangenen Nacht durch die Beamten der Spätschicht beschriftet, nummeriert und in die Asservatenkammer gebracht werden. Gegen die Putzfrauen und den Putzmann wird nun wegen des Verdachts der Zugehörigkeit in einer terroristischen Vereinigung, dem gewerbsmäßigen Einkauf von Chemikalien und Verschleierung der eigenen Identität ermittelt. Ein Trittbrettfahrer wurde ebenfalls verhaftet, es handelte sich bei dem Mann um einen 25-jährigen deutschen Arbeitslosen, der eigentlich zum Arbeitsamt wollte, sich aber in der Tür vertan hatte und so in die Mühlen der Justiz geriet. 

Übrigens: Der gesuchte Bombenbauer, der am Freitag Chemikalien in einem Baumarkt in Puhlheim gekauft hatte, stellte sich aufgrund der Fahndungsaktion in den Medien gestern Abend der Polizei in Köln. Die Ermittlungen dauern auch dort an. Schuldig ist der Mann allemal.

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Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Januar 2016 09:05

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