Samstag, 20 Februar 2016 00:00

Grüne wollen vegane Jagdhundeausbildung voranbringen Empfehlung

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Hat alles richtig gemacht: Wachtelhündin Emma von der Eschenseite Hat alles richtig gemacht: Wachtelhündin Emma von der Eschenseite Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK-FRANKENBERG.  (wat) Nach der neuen hessenweiten Jagdzeitenverordnung, wurde in Wiesbaden über die moderne Jagdhundeausbildung nachgedacht. Mit Erfolg...

Die Bündnis 90/Grünen haben im Fürstentum Waldeck die Voraussetzungen für eine neue Prüfungsordnung geschaffen und mit dem JGV Nordhessen die erste Jagdgebrauchshundeprüfung mit veganen Mitteln durchgeführt. Als Sieger ging die Deutsch-Wachtelhündin "Emma von der Eschenseite" hervor, die ihre JEP mit Bravour bestand. Ärger machten mal wieder die Terrier, die sämtlich aus der Reihe tanzen mussten und sich einen Kehricht um die Möhrenschleppe, die geriebene Käsefährte oder das Apfel-Apportieren aus stehendem Gewässer kümmerten. 

Als prominenter Gast wohnte die Hessische Staatsministerin Hiska Prinz der Jagdeignungsprüfung bei und war sichtlich begeistert, wie emotional die Jagdhunde und Rüdemänner sich den unterschiedlichsten Aufgaben stellten. Die neue Prüfungsordnung unterscheidet nicht mehr zwischen Vorstehhunden, Schweißhunden, Stöberhunden und Bauhunden, auch geschlechterspezifisch hat sich einigen getan. Es wird nur noch der Hund bewertet, Hündin und Rüde gibts es nicht mehr, um die Chanchengleichheit zu gewährleisten und Diskriminierungsabsichten im Keim zu ersticken.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzen des JGV-Nordhessen Hubertus Rüddenklau und die Einteilungen in die Gruppen, begann die erste Prüfungsarbeit mit einer 600 Meter langen Möhrenschleppe, die Wachtelhündin "Emma von der Eschenseite" bravourös meisterte. Die Hündin bewindete den Anschnitt, wurde vom Hundeführer Sigmar Lieblos aber sofort geschnallt und mit dem Kommando "Such verloren Apport" auf die lange Reise geschickt. Die hübsche Hündin  saugte sich auf der Schleppe fest, arbeitet den ersten Haken nach rechts sauber aus, passierte den linken Haken nach 200 Metern und geriet nach weiteren 200 Metern an das Bündel Möhren, samt grünem Kraut, das die 2-jährige Hündin freudig apportierte. Ein Deutsch-Drahthaar kam über das Vorstehen am Anschnitt der Möhrenschleppe nicht hinaus, der Hund wurde nach 30 Minuten der regungslosen Teilnahme an der Aufgabe von der weiteren Prüfung ausgeschlossen.

Weniger Glück hatte auch ein Terriermann aus einem Lichtenfelser Ortsteil, der seine Hündin  "Aila" ordentlich an der Möhrenschleppe ansetzte, umgehend die Hündin schnallte und mit ansehen musste, wie seine Hündin selbständig auf einen fernen Waldgürtel in 10 Kilometer Entfernung zuraste und fünf Stück Rehwild auf die Läufe brachte, das stundenlang gehetzt wurde. Für verbale Kraftausdrücke, wie Sauhund, Kannalie oder Verdörberling, die der Mündener Terriermann seiner Aila hinterher brüllte, bekam der Hundeführer die ersten 10 Minuspunkte.

Die zweite Prüfung, das "Gründeln im stehenden Gewässer" wurde wieder von der erfahrenen Wachtelhündin "Emma von der Eschenseite" gemeistert. Hier wurde ein Apfel in einen 20 cm tiefen Tümpel geworfen, den der Hund aus dem kleinen Teich apportieren musste. Auch hier konnte man sehen, dass sowohl Hundeführer als auch Jagdhund ein eingespieltes Team waren. Schon während des Wurfes setzte die hübsche Hündin zum Sprung in den Wassertümpel an und erreichte den Apfel, bevor dieser die Wasseroberfläche berührte, das Apportieren war dann nur noch eine Pflichtübung, wofür die Hündin Emma 50 Punkte gutgeschrieben bekam.

Anders erging es dem Terriermann, seine Hündin Aila raste ebenfalls auf den Teich zu, kümmerte sich aber auch diesmal nicht um das geworfene Obst sondern durchstöberte einen Schilfgürtel, in dem sich eine Rotte Schwarzwild befand, die sofort hochflüchtig das Feuchtgebiet verließ. Das Tragische bei der Sache: Hundeführer Lars F. aus M. riss  sofort seine Merkel im Kaliber 8 x 57  von der Schulter und legte mit drei Schüssen zwei Frischlinge auf die Seite. Anstelle eines "Waidmannsheil Herr Hundeführer"  erhielt der Terriermann eine Schelte von der Landesministerin, die sich gewaschen hatte.  Weitere 20 Minuspunkte konnte der Mündener nun auf seinem Konto verbuchen, wobei 10 Punkte seiner Schussgeilheit und 10 Punkte seiner Hündin Aila zugerechnet wurden. Ein zusätzliches Bußgeld von 500 Euro bekam der Mündener noch obendrein verpasst, da er mit bleihaltiger Munition geschossen hatte.

Die dritte Prüfung fand im Wald auf der geriebenen Käsefährte statt. Hier konnten auf der 20-Stundenfährte die Hunderassen ihr Können unter Beweis stellen. Nachdem die Käsehalsung angelegt wurde, führte Sigmar Lieblos seine Hündin Emma zum Anrieb, diese bewindete aufmerksam die kaum sichtbaren Käseteilchen und zog am langen Riemen auf der kalten Fährte in eine Buchenrauschendickung, durchquerte diese, rümpfte angewidert die Nase, als ein Fuchs vor ihr hochmachte, den sie tapfer ignorierte, arbeitete korrekt einen Widergang aus, zog zurück auf die Fährte und kam nach ca. 600 Metern zum ersten Käsebett. Hier lobte der Führer die Hündin ab und weiter ging es am langen Riemen zum 200 Meter entfernten Käsestück. Sowohl Hundeführer als auch die Wachtelhündin Emma freuten sich riesig über den Erfolg.

Alles in allem hielt Hiska Prinz die Prüfung für gelungen. In der neuen Jagdhunderassenverordnung, wird der gemeine Terrier nicht mehr vorkommen, dafür steigt der Molosserhund in den Reigen der fähigen Jagdhunde auf. Auch der schwule Pudel von Hundeführer Kevin Unzucht könnte es in die Hall of Fame schaffen, muss aber bei der nächsten Prüfung mehr Engagement zeigen. Als weiteres Ziel wird die Veganisierung sämtlicher Jagdhunderassen in den Fokus gerückt, im weiteren Verlauf sind dann die Jäger dran, die laut Hiska Prinz gänzlich auf Fleisch verzichten sollten.

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Letzte Änderung am Sonntag, 21 Februar 2016 18:33

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