Sonntag, 25 September 2016 00:00

Berndorf: Knöllchen für Vater der kein Englisch spricht Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Neue Gebotsschilder in Englischer Sprache verunsichern Flüchtlinge Neue Gebotsschilder in Englischer Sprache verunsichern Flüchtlinge Foto: Waldecker Tagblatt

BERNDORF. Weil ein Vater von neun Kindern kein Englisch versteht, muss er tief in die Tasche greifen.

Für den Flüchtling Kemal Zünddies Attackman war heute eine Welt zusammengebrochen, als er seine neun Kinder zum Berndorfer Kindergarten in seiner Großraumlimousine kutschiert hatte. Der 34-jährige Mann, der zurzeit einen Flüchtlingsstatus mit Duldungsrecht besitzt, besuchte in der Vergangenheit einen Deutschkurs, den er auf Anhieb mit Bravour bestand und den die Gemeinde Twistetal vorfinanziert hatte. Da sich seine drei Ehefrauen in der Öffentlichkeit nicht zeigen dürfen, übernimmt der Familienvater seit Wochen den täglichen Bring- und Holdienst zum und vom Kindergarten. 

Heute wurde ihm ein neues Gebotsschild mit der Aufschrift "Kiss and Go" zu Verhängnis: Die Gemeinde Twistetal hatte sich mal wieder etwas besonders Böses ausgedacht, um Flüchtlingen mit ungeklärtem Asylstatus das Leben so schwer wie möglich zu machen. Kemal Zünddies Attackmann sieht in der Umgestaltung der Schilder einen fremdenfeindlichen Anschlag und wartet auf eine Entschuldigung des Bürgermeisters. "Bis Freitag waren ordentliche Schilder mit der Aufschrift Halten verboten, in der Schulstraße aufgestellt, nun muss ich mich mit Schildern in einer mir unbekannten Schrift herumschlagen", klagt der Syrer. Weil der Vater von neun Kindern sich über eine Stunde von seine Kindern verabschiedet hatte und es deshalb zu erheblichen Staus in der Schulstraße gekommen war, soll der arme Mann 20 Euro Bußgeld bezahlen.

Arbeiten darf der 34-Jährige nicht, deshalb trifft ihn der Knöllchensegen mit aller Härte: "Für meine drei Ehefrauen und meine neun Kinder erhalte ich lediglich 8563,36 Euro pro Monat, das reicht hinten und vorne nicht", argumentierte der Türkische Kurde, der vorübergehend einen Syrischen Pass besitzt und gern deutscher Staatsbüger werden möchte.

Von der Gemeinde Twistetal fordert der Syrer nun einen kostenlosen Sprachunterricht in Englisch. Ob die Gemeinde  dem Wunsch nachkommt, oder das Schild umschreibt, darüber kann nur spekuliert werden. Fest steht, dass derzeit in Twiste nur Sprachkurse in Arabisch angeboten werden, um die Intergrationsfähigkeit der Deutschen zu testen.    

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Letzte Änderung am Montag, 26 September 2016 14:49

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